Willi Resetarits & Stubnblues

Willi Resetarits & Stubnblues, Foto: (c)Lukas Beck



"Elapetsch"



Willi Resetarits & Stubnblues, Foto: (c)Lukas BeckÜber die Stubnblues-Platte ELAPETSCH
Von Ernst Molden

Der Sänger Willi Resetarits hat die schönste, die seelenvollste, die ergreifendste Männerstimme im Lande Österreich, egal, ob er Rocksongs, Folkballaden, Jazzstandards oder burgenlandkroatische Volksweisen singt. Er stimmt etwas an und geht damit sogleich in die Seelen unserer Frauen und Männer, wo er Unerhörtes anrichtet, nämlich tiefes Glück. Schon vor Jahren hat er allerdings beschlossen, nur noch Lieder zu singen, die ihn selbst tief berühren. So ist auch das Album ELAPETSCH zu verstehen, das Resetarits mit dem Stubnblues aufgenommen hat.


Diese Band hat in ihrer song- und ensembledienlichen Spielfreude ihren Großmeister seit bald zwei Jahrzehnten auf antizyklischen Reisen zwischen Van Morrison, Southern Soul und H.C. Artmannschen Kunstlied begleitet. Das neue Album Elapetsch ist in seiner Verdichtung auf eine Weise die Quintessenz von Band und Sänger. In zentralen Momenten der Platte ist sie auf kammermusikalische Arrangements des Holzbläser-Titanen Herbert Berger reduziert, die die ausgesuchten Lyrics auf so spröde wie feine Weise nach Hause bringen.

Das wunderliche Wort Elapetsch kommt aus dem Südbayrischen und Salzburgischen, es ist die Entsprechung zum Wienerischen Ätschibätschi, jenem archaischen Spott- und Hexenwort, das man halblaut Tod und Teufel nachruft, in der zarten Hoffnung, dass sie es nicht verstehen.

„Elapetsch, Tod!“ ist einer von vier Texten des Salzburger Schriftstellers Walter Müller, der auch als Trauerredner tätig ist, und dessen existenzieller Zugang zum Songwriting kein Zufall sein kann. Sein himmelhohes Dichter-Visavis auf dem Album ist Resetarits immerwährender Hausheiliger, H.C. Artmann, dessen Texte von niemanden so treu musikalisch zelebriert werden wie vom Willi.

An jener Stelle im Artmann-Song GESTAN SAN DE GEATN UND WISN, da wo der Wind dem Greissler die Buchstaben von der Greisslerei reißt, da kommt dem Willi ein Lacher aus. Und dieser Lacher informiert über die geheime Botschaft dieses so gelungenen, weil so sanft glühenden Albums: Gute Songs sind immer unsichtbare Raufereien zwischen Leben und Tod, aber wir Musikanten stehen klar auf der Seite des Lebens, denn ein besseres gibt es nicht.

Wien, Sommer 2021 www.williresetarits.at

Ernst Molden




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